Krell (3)

von | Aug 20, 2021 | ReaktorAdvanced

Der letzte Teil des Krell-Tutorials wird sich zunächst um die Hintergrund-Textur kümmern und dann erläutern, wie alle erzeugten Bestandeteile „ausgewildert“ werden. Das Ergebnis ist ein entspannendes Hintergrundgeräusch. Probiert es einfach mal aus 🙂

[01]

Um was wird es gehen?

Den Teil des „klassischen“ Krell-Simulators, wie man ihn in vielen Tutorials findet, haben wir bereits im zweiten Teil abgehakt. Nun fehlt noch die „Hintergrund-Textur“, die für eine schön gleichmässige „Basis“ sorgt: Der Back-Oszillator. Das Prinzip ist das selbe, wie beim Front, lediglich der aufwand ist etwas geringer.

Zur Erinnerung: Da wir uns hier in der „Advanced-Abteilung“ befinden, wird im Gegensatz zum „Basic-Bereich“ nicht die Bedeutung und Montage jedes einzelnen Moduls erklärt, sondern immer eine komplette Schaltung in Aufbau und Funktion beschrieben. 

[02]

Der Back-Oszillator

Das Schema des Back-Oszillators ist um ein Element kürzer, als das des Front-Oszillators, weil die Hüllkurve fehlt. Die ist verzichtbar, weil wir keinen definierten Lautstärken-Verlauf, sondern eine ständige „wabernde“ Klangtextur haben wollen.

Und dann ist da noch eine Merkwürdigkeit: Am Anfang der Kette, da wo sich beim Front-Oszillator die Hüllkurve befand, ist hier ein weiterer Filter. An dieser stelle nutzen wir das, was wir im Glide-Tutorial (Library) herausgefunden haben: Steuersignale, die durch Lowpass-Filter laufen, werden verzögert…

Abb. 1: Schema Back-Oszillator

[03]

Der Back-Oszillator – von außen …

Auch der Back-Oszillator besteht aus zwei Hälften: Der Schaltung selbst, und den aus Gründen der Übersicht ausgelagerten Zufallszahlengeneratoren.

Abb. 2: Back-Oszillator aussen

… und von innen

Der Back-Oszillator besteht im Wesentlichen aus zwei Blöcken

  • Der grün umrandete Block besteht aus 4 Sinus-FM-Oszillatoren, die etwas ungewöhnlich angesteuert werden.
    • Wie bereits erwähnt, werden Steuersignale, die einen Lowpass-Filter durchlaufen, zeitlich verzögert, bzw. die Ausgabe der Daten wird verlangsamt. Das machen wir uns zunutze, in dem wir alle relevanten Parameter (Pitch, Frequenz, Amplitute) durch einen Lowpass-Filter schieben und für jeden Oszillator getrennt aufbereiten.
    • Die Aufbereitung steckt  – wieder aus Gründen der Übersichtlichkeit – in einem Macro, CONVERTER genannt.
    • Dass hier 4-Pole-Filter arbeiten, hat keine besondere Bewandtnis. Ich wollte mir von Anfang an möglichst viele Opionen offen halten. Ein 1-Pole-Filter tut es aber auch.
  • Der orange umrandete Blockenthält ebenfalls einen Lowpass-Filter, um etwas Höhen aus dem Signal zu nehmen. An diesen schließt sich ein Macro an, dass einen Reverb-Effekt enthält. Der Feedback-Ausgang des Reverbs führt dann wieder in den Eingang des Lowpass-Filters

Am Ausgang des Reverbs befindet sich sich ein Selektor, dessen Zustand durch den Eingang 0/1 kontrolliert wird. Die Quelle für diesen Eingang liegt im Envelope-Macro des Front-Oszillators und dort an jenem Knopf, der auch das Signal des Front-Oszillators unterbricht. Nachzulesen ist das in Kapitel 2, Abschnitt [03].

Abb. 3: Back-Oszillator innen

Zufallssteuerung Back-Oszillator

Bevor wir uns mit den beiden Macros (CONVERTER und REVERB) beschäftigen, die obligatorische Übersicht über die Werte, mit denen ich die Paramter des Oszillators ansteuere. Dieses Macro hat keinen(!) Eingang für das Triggersignal. Die Zufallsgeneratoren, die ja ständig aktiv sind, triggern sich gegenseitig. Das ist ebenfalls dem Umstand geschuldet, dass hier keine Hüllkurve vorhanden ist, die einen Prozess anstößt.

Abb. 4: Back-Oszillator Zufallsparameter

[04]

Das Converter-Macro

Die Werte für Pitch, Frequenz und Amplitude, die aus den drei 4-Pole-Filtern kommen, durchlaufen (wie wir das in aus dem Glide-Tutorial kennen) jeweils ein A/E-Modul und einen Step-Filter. Wir erinnern uns: Das A/E-Modul konvertiert das Audio-Signal des Filters wieder in ein Steuersignal. Der Step-Filter sorgt dafür, dass redundante Informationen ausgefiltert werden. Das entspannt den Datenstrom.

Bevor die Werte nun auf die 4 Oszillatoren verteilt werden, bekommt jeder Oszillator einen unterschiedlichen Offset-Wert zugeteilt, um einen möglichst komplexen Klangteppich zu erhalten. Der erste Oszillator hat hier den Offset-Wert 0, bekommt also das originale Ergebnis aus den Filtern. Wer mag, kann auch hier experimentieren.

Der vierte Oszillator erfährt bei Pitch (-30) und Amplitude (10) besonders große Abweichungen. Das Grund liegt darin, dass dieser eine Art Sub-Oszillator darstellt, also für eine tiefes Fundament verantwortlich ist. 

Abb. 5: Converter

[05]

Das Reverb-Macro

Die Idee des Reverb-Macros kennt ihr ja bereits aus der 13. Lektion des Basic-Tutorials „Es werde Raum“. In der Ausführung gibt es allerdings drei Unterschiede, von denen einer einen größeren, einer einen kleineren und einer gar keinen Einfluss auf das Ergebnis hat:

Bei diesem Reverb existiert eine Feedback-Schleife. Das Ausgangssignal wird über den vorgeschalteten Lowpass-Filter in einer zufälligen Stärke wieder dem Eingang zugeführt. Das ist der größere Unterschied. Der kleinere Unterschied besteht darin, dass die Werte für Delay und Diffusion fest vorgegeben sind. Und gar keinen Unterschied macht es, dass die Diffusor-Deslays hier vertikal, anstatt horizontal angeordnet sind 😉 

Abb. 9: Reverb

[06]

Die Auswilderung

… sieht komplizierter aus, als sie ist. Kennt ihr ja schon.

  • Erste Spalte
    • Die linken und rechten Ausgänge des Front-Oszillators (oben) und des Back-Oszillators (unten) laufen jeweils in einen Selector. Dieser Teil der Schatung dient dazu, die Oszillatoren einzeln stumm zu Schalten.
    • Fazit: der Schalter, den wir von der Hüllkurve des Front-Oszillators kennen, schaltet das ganze System ein oder aus. Die beiden Schalter an den Selectoren im Ausgangsbereich schalten die Oszillatoren einzeln stumm.
  • Zweite Spalte
    • Die linken Ausgänge beider(!) Oszillatoren laufen in den oberen Mixer.
    • Die rechten Ausgänger beider(!) Oszillatoren laufen in den unteren Mixer.
    • Die Lautstärken habe ich mit festen Werten verbunden, so dass der Back-Oszillator etwas leiser arbeitet, als der Front-Oszillator.

Abb. 12: Auswilderung

[07]

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