Kammerton auf Reisen …

von | Mrz 6, 2021 | Synth & More

Vom Drücken einer Taste an einem an einem Keyboard oder MIDI-Controller, bis zum hörbaren Ergebnis in einem angeschlossenen Klangerzeuger, ist ein kurzer Weg. Die Technik dafür, ist aber schon vier Jahrzehnte alt und hat bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.

Musical Instrument Digital Interface – MIDI

… entstand zu einer Zeit, in der Computer langsam und Speicher sehr teuer war. Undenkbar, Audiodaten in Echtzeit zu übertragen, geschweige denn zu verarbeiten. Dave Smith und Ikutaro Kakehashi ließen sich deshalb zu Beginn der 80er-Jahre eine Alternative einfallen, die bis heute aus der Umfeld der elektronischen Musik und der Musikproduktion nicht mehr weg zu denken ist.

Die Idee war bestrickend einfach: Man trennte die Information vom Ergebnis und transportierte nur Daten wie Tonhöhe, -länge und Lautsärke. Eine geniale Idee war geboren. Am Ende dieses Snack-Beitrages findet ihr den frei verfügbaren Download zu einem Ausführlichen MIDI-Workshops, der keine Fragen zu dem Thema offen lässt.

Befehle und Daten

Werden Informationen via MIDI transportiert, bestehen diese in der Regel aus drei Zahlen, von denen die erste 128 oder größer und die folgenden beiden 127 oder kleiner ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Warum sich das mit der Grenze um 127/128 so verhält, liegt in der Natur dessen, wie Computer zählen. Zum Verständnis des Folgenden, ist das nicht wichtig zu wissen. Wer es aber wissen will (was ich nur empfehlen kann), sei wiederholt auf den Download am ende des Snack-Beitrages verwiesen.

Zurück zu unserer MIDI-Message: Vielleicht habt ihr es schon geahnt: Die erste (und somit größte) Zahl in der Reihe stellt einen Befehl dar, die beiden folgenden, kleineren Zahlen, die zugehörigen Datenwerte.

144, 69, 127

Und das war es auch schon, um den Kammerton A hörbar zu machen:

  • 144: Das ist der Note-On-Befehl, der den Empfänger anweist, mit dem aktuell eingestellten Klang, einen Ton zu generieren.
  • 69: Das ist die Tonhöhe für den Kammerton A. Korrekt, das MIDI-Format kennt entsprechend 127 verschiedene Tonhöhen.
  • 127: Der Logik der 127 Tonhöhen folgend, ist der letzte Wert, der für die Lautstärke (bzw. Anschlagsstärke auf der Tastatur steht), die maximal mögliche Lautstärke.

Solange der Empfänger nichts anderes vernimmt, bleibt der Ton eingeschaltet. Um ihn wieder auszuschalten, benötigt man einen Note-Off-Befehl, der z. B. beim Loslassen einer Taste gesendet wird:

  • 128: Das ist der Note-Off-Befehl der den aktuellen Ton beenden soll. Damit das unfallfrei funktioniert, ist aber zwingen notwendig, dass der zweite Datenwert korrekt ist.
  • 69: Beim Ausschalten muss die selbe Tonhöhe übertragen werden, wie beim Einschalten, sonst bleibt der eingeschaltet Ton weiterhin aktiv..
  • 127: An dieser Stelle wird die Loslass-Geschwindigkeit der Taste übertragen. Einige Klangerzeuger können diesen Wert verarbeiten, um z. B. den Klang eines Bläsersounds zu beeinflussen.

Und vieles mehr …

Das war ein simples Beispiel für eine Datenübertragung mit MIDI, wie sie bis heute üblich ist. Schon das alte MIDI-Protokoll aus den 80ern ermöglichte mit dieser einfachen Technik das Übertragen von Tönen, Controllen (Pedale, Joysticks, Regler, Knöpfe, Modulation- und Pitchwheels), ja sogar von kompletten Musikstücken oder Sound-Daten eines Instrumentes.

Heute kann MIDI noch sehr viel mehr. Wer tiefer in dieses System einsteigen will, das sich in jedem handelsüblichen Keyboard befindet und das von jeder Musiksoftware beherrscht wird, findet in dem nachfolgenden Download alles Nötige dazu: Von den computertechnischen Grundlagen, über die Befehlsstruktur, bis zum aktuellsten Stand der Technik, Literatur und Sammlungen zu Bauanleitungen für eigene MIDI-Controller:

Workshop MIDI

  • PDF
  • 30 Seiten
  • hohe Auflösung (33MByte)

Workshop MIDI

  • PDF
  • 30 Seiten
  • niedrige Auflösung (5MByte)

Kontakt

Bernd Scheurer
Mainstraße 2
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Mobil: 0151 50411034
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