Basic-Synth (5) – Wir machen uns ein Bild

von | Apr 25, 2021 | Reaktor

Das Drehen an den Reglern verändert zwar den Klang, aber warum und wie? Könnte man das sehen, wäre es leichter zu verstehen. Also bauen wir uns ein einfaches Oszilloskop.

Töne sichtbar machen!

Vorweg: Wie ihr sehen könnt, habe ich bei den Drehreglern für die Oszillatoren die „Values“ ausgeblendet, um etwas Platz zu schaffen. Den Pulsweite-Regler für die Puls-Welle habe ich auf „klein“ gestellt und in „PW“ umbenannt. In der Regel bedient man die Parameter eher intuitiv und gelungene Kreationen lassen sich als Preset abspeichern. Um Knöpfe, Regler, Schalter, etc. zu modifizieren, wählt ihr das entsprechende Element aus und nehmt in Änderungen dann in der Side-Pane unter dem Reiter „View“ vor. Ein bisschen mit den Einstellungen rumspielen ist der schnellste Weg, ein Gefühl dafür zu bekommen.

Auf dem folgenden Bild könnt ihr sehen, was wir als nächstes vorhaben: Sieht doch übersichtlich aus, oder? Nun denn, lasst uns beginnen …

Oszilloskop-Schaltungen für Reaktor gibt es einige. Die Schaltung mancher dieser Exemplare ist aufwendiger und raumgreifendes, als unser kompletter Synthesizer. Wir werden uns deshalb ein recht einfaches Modell bauen, das unseren Bedürfnissen völlig genügt und trotzdem einen gewissen Komfort bietet.

Kernstück des Oszilloskops ist das „Scope“-Modul, das wir auf dem üblichen Weg (Rechtsklick) unter:

  • Kontextmenü > Built-In Module > Panel > Scope

finden. Das Modul hat selbstredend keinen Ausgang, dafür aber mehrere Eingänge, die wir uns (in didaktisch sinnvoller Reihenfolge) einmal genauer anschauen:

  • Trig: An diesem Eingang soll ein Trigger-Signal anliegen, dass das Oszilloskop fortlaufend zu einem neuen Meßvorgang startet. Wichtig ist hierbei, dass der Wert > 0 ist. Das könnte man z. B. mit einem Oszillator lösen; oder aber ganz simpel, mit dem Eingangssignal selbst. Dazu muss nur ein Modul zwischengeschaltet werden, dass aus dem Audio-Signal ein Event-Signal macht. Zeit für …
    • Kontextmenü > Build-In Module > Auxiliary > A to E.
  • TP: Die Time-Position legt fest, wie weit vom linken Rand des Oszilloskops die Darstellung starten soll – gewissermaßen ein Offset-Wert. Ist dieser 0, beginnt die Darstellung am linken Rand. Eine Konstante mit dem Wert 0 wäre hier hilfreich.
  • YP: Das vertikale Gegenstück zu TP mit einem Wertebereich von -1 bis +1, wobei -1 den unteren Rand und +1 den oberen Rand des Oszilloskops meint. Auch hier ist die 0 wieder unser Wunschkandidat, weil die Y-Position so genau in der vertikalen Mitte zu liegen kommt. 
  • TS: Der Time-Scale-Eingang ist ein Zoom-Faktor für die Horizontale und …
  • YS: der Zoom-Faktor für die Vertikale. in beiden Fällen ist ein Schieberegler ein geeignetes Werkzeug zur Einstellung.
  • In: Das ist der eigentliche Signaleingang.

Wir platzieren also das Scope-Modul ein Stück rechts von unserer Synthesizer-Schaltung und sehen in der Pane-Ansicht ein schwarzes Rechteck mit der Überschrift „Scope“. Im View-Reiter der Side-Pane könen wir die Überschrift ausblenden („Show Label“ deaktivieren) und die Breite auf 240 Pixel und die Höhe auf 112 Pixel ändern. Jetzt lässt sich das Oszilloskop schön oberhalb der Regler für die Oszillatoren anordnen.

Den Ausgang des in der Eingangs-Übersicht (s. o.) erwähnten A to E-Moduls (Audio to Event) verbinden wir mit dem Trig-Eingang des Osziloskops.

 Mit einem Rechtsklick auf den TP-Eingang wählen wir aus dem Kontext-Menü „Create Constant“, worauf wir ein Konstanten-Modul mit dem gewünschten Wert 0 erhalten. Das verbinden wir nun noch zusäzlich mit dem YP-Eingang und schon ist die Positionierung Darstellung abgeschlossen.

Fehlen noch die Zoom-Einstellungen. Aus Gründen eines ergonomischen Benutzer-Interfaces möchte ich hier Schieberegler verwenden. Die Idee ist die, dass der horizontale Zoom mit einem horizontalen Fader unterhalb des Displays und der vertikale Zoom mit einem vertikalen Fader rechts neben des Displays geregelt werden kann. Das ist schlüssiger also die Einstellung über zwei Drehknöpfe. Die Fader legen wir entweder mit:

  • Kontextmenü > Build-In Module > Panel > Fader

an, oder mit Rechtsklick auf TS, bzw. YS und „Create Control“ aus dem Kontextmenü. Im zweiten Fall werden Drehknöpfe erzeugt, die wir im View-Reiter (Side-Pane) von Knob auf Fader ändern müssen.
Des weiteren blenden wir im View-Reiter bei beiden Fadern „Value“ und „Label“ aus, und wählen als Size „klein“. Den TS-Fader stellen wir auf „Horizontal Fader“ um. Jetzt können wir die beiden Fader unter, bzw. rechts neben dem Oszilloskop platzieren.
Damit das Aussieht, passen wir noch die Fader-Längen an das Display an (das Auge spielt mit). Für den horizontalen Fader habe ich 229 Pixel und für den vertikalen Fader 97 Pixel gewählt. Manche Dinge lassen sich im Reaktor nicht pixlegenau einstellen. Die Fader-Längen gehören dazu und erfordern etwas Flexibilität beim Designen.

Abschließend brauchen die Fader noch einen Wertebereich, mit dem sie auf die Darstellung einwirken:

  • Der horizontale Fader wirkt von 1 – 100, Schrittweite 0
  • Der vertikale Fader wirkt von 0.01 – 1, Schrittweite ebenfalls 0

 

Nachdem wir den Ausgang unseres Synthesizers (Ausgang Add-Modul) mit dem In des Scope-Moduls und dem Eingang des A to E-Moduls verbunden haben, kann es los gehen: Das Oszilloskop ist bereit, alle Wellenformen darzustellen, die unseren Synthesizer verlassen:

Eine kleine Galerie:

Sicher ist euch nicht verborgen geblieben, dass bei bestimmten Kombinationen, die Darstellung den Y-Bereich (vertikal) sprengt. In dem Fall kann man mit dem vertikalen Fader (rechts) gegenregeln.  Eleganter wäre es aber, wenn man einen Limiter zuschalten könnte, der sich automatisch darum kümmert – und das wird unser Komfort-Feature:

Versuche, mit Audio-Modulen wie dem Slew-Limiter oder dem Peak-Detector zu arbeiten, haben letztendlich (außer dem erwünschten vertikalen einpassen der Darstellung) auch die Wellenform verändert. Eine Nebenwirkung, die für uns unbrauchbar ist. Also setzen wir wo anders an und lösen das Problem ganz pragmatisch, in dem wir am YS-Eingang tätig werden.

Ganze 4 Elemente (türkis hervorgehoben) brauchen wir dazu, die ihr alle bereits kennt. Mit dabei ist u.a. unser alter Bekannter Selector, dieses mal aber mit einem Button, anstatt einer Liste – schließlich gibt es auch nur etwas ein- und auszuschalten. Des weiteren ein Addierer, ein Drehknopf und ein Button. Letzterer ist zwar „neu“, wird aber wie alle anderen Bedienelemente auch via

  • Kontextmenü > Build-In Modules > Panel > Button platziert.

Da wir nun schon einige Module platziert, und deren Wertebereich und aussehen geändert haben, werde ich die Beschreibung ein wenig straffen. Ihr könnt so überprüfen, ob das bisher praktizierte verinnerlicht ist. Wenn Fragen offen bleiben, einfach 1-2 Beiträge zurückblättern, oder wenn garnichts mehr geht, eine E-Mail an mich. schreiben (der passende Betreff wird automatisch gesetzt).

  • Zuerst trennen wir den Y-Scale-Regler vom YS-Eingang des Scope-Moduls und schließen stattdessen den Ausgang des Selectors an.
  • An den POS-Eingang des Selector schließen wir einen Button an, der die Bezeichnung „Limit.“ und den Wertebereich von 0 – 1 zugewiesen bekommt. Bitte darauf achten, dass im „Functions“-Reiter unter Range der Mode „Toggle“ aktiviert ist.
  • Den Y-Scale-Regler schließen wir nun an Eingang 0 des Selektors an. Damit wird dessen Aktivität zum YS-Eingang durchgelassen, wenn der Button ausgeschaltet ist.
  • Nun verbinden wir den Ausgang des Add-Moduls bei gedrückter CMD-Taste (Mac), bzw. WIN-Taste (Windows) mit dem Selektor und schaffen so einen weiteren Eingang.
    • Den oberen Eingang des Add-Moduls verbinden wir ebenfalls mit dem Y-Scale-Regler. Der Regler liefert nun also an zwei Ziele: An Eingang 0 des Selekors und an den oberen Eingang des Add-Moduls.
    • Am unteren Eingang des Add-Moduls schließen wir einen Drehknopf an, dessen Darstellung wir auf „klein“ stellen, den Namen mit „Sens“ (für Sensibilität) angeben und dem wir abschließend einen Wertebereich von 1,5 – 4 zuordnen.

Das war es auch schon. Für den „Automatik-Betrieb“ bewegen wir den vertikalen Fader in die unterste Position und schalten den Limit.-Button ein. ggf. Pegeln wir die Amplitute der Welle mit dem Sens-Regler etwas ein und müssen und dann nicht mehr um die passende Darstellungshöhe kümmern.

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