Basic-Synth (4) – Solo oder Mix? Oszillator-Orga raffiniert

von | Apr 23, 2021 | ReaktorBasic

Von den Oszillatoren und ihrem geschickten Gebrauch: Wie werden sie verdrahtet und wie kann man sie sinnvoll organisieren: Die raffinierte Methode.

[01]

Um was wird es gehen?

Mix

Die im letzten Beitrag erstellte Lösung war ja ganz nett. Aber was wäre, wenn wir die 4 Wellenformen miteinander kombinieren könnten? Die Holzhammer-Methode bestünde evtl, darin, dieses Konstrukt einfach 4 mal zu bauen. Die Lautstärken der einzelnen Oszillatoren liessen sich so aber nicht regeln, was dazu führen würde, dass die eher dezente Sinuswelle von der agressiven Sägezahnwelle einfach überfahren würde. Und nebenbei wäre das ein ziemlicher „Drahtverhau“. Das muss eleganter gehen – und das tut es auch. Mit ein paar kleinen Änderungen wird unsere Schaltung zum Super-Oszillator.

Dazu trennen wir uns vom Selector- und dem List-Modul und erweitern den Rest der Schaltung um einen Mixer:

  • Kontextmenü > Build-In Module > Signal Path > Amp/Mixer.

Der Mixer wird genau so verkabelt, die zuvor der Selektor: Nach dem er erste Eingang (In) belegt ist, werden die folgenden Verbindungen von den Oszillatoren mit gedrückter CMD-Taste (MAC), bzw. Windows-Taste (WIN) an die untere linke Kante des Mixers gezogen, worauf neue In-Anschlüsse entstehen.

Danach bewegen wir die Maus auf einen der Lvl-Anschlüsse um zu erfahren, was dort gewünscht wird: Der Lvl-Anschluss dient demnach zur Kontrolle des Eingangs-Signales und umfasst einen Wertebereich von -60dB* – 0dB, wobei eine Einheit einem 1dB entspricht.

Dieser Wertevorgaben lassen sich (mehr oder wenigher sinnvoll) bei allen Modulen auch unter- bzw. überschreiten. Hier sind gleichermaßen Experimentierfreudigkeit und Vorsicht gefragt. Für letzteres werden Lautsprecher und Ohren dankbar sein 🙂

*dB oder Dezibel ist eine Maßeinheit für die Signalstärke. Das „B“ steht für „Alexander Graham Bell“, das „d“ für „dezi“. Demnach ist 1dB der zehnte Teil eines Bel – Das ist kein Scherz. Mehr zu dB, B und der eigentlichen Maßeinheit Neper (benannt nach John Napier) findet ihr hier und hier.

Abb. 1: Mixer und Ansteuerung

Prinzipell haben wir zwei Möglichkeiten, einen Regler (z. B. Fader oder Dreknopf) an einen Mixer anzubrigen.

  • Die umständlichere besteht darin, aus der Werkzeugkiste ein solches Element auszuwählen und in der Side-Pane unter „Function“ die gewünschtren Werte (Max, Min, Default und Stepsize) einzutragen.
  • Die elegantere ist aber, den entsprechenden Anschluß mit der rechten Maustsaste anzuklicken und aus dem Kontextmenü den Eintrag „Create Control“ auszuwählen. Reaktor entscheidet dann, welche Art Regler passend ist (was nachträglich geändert werden kann …) und versorgt diesen mit den üblichen Werten.

Gleichzeitig taucht dieser Regler dann in der Pane-Ansicht aus, wo wir in (bei geöffnetem Schloß-Symbol) platzieren können. An dieser Stelle bietet es sich an, den Regler auch gleich eindeutig zu benennen. Das passiert z. B. in dem man ihn in der Strukturansicht mit einem Doppelklick auf das Reglermodul umbennennt.

Abb. 2: Regler erzeugen

Nachdem wir alle Regler angeschlossen und benannt haben, könnte unser Syntheszizer so aussehen:

Abb. 3: Mixer komplett verdrahtet

Damit ist unsere Luxus-Lösung fertig.

Was passiert nun im Detail? Wird ein Ton ausgelöst, treten alle Oszillatoren in Aktion. Mit den Lautstärkereglern legen wir fest, wie viel von jedem Oszillator am Ende ankommt und zu einem Signal zusammengemischt wird. Wollen wir nur den Sinus hören, regeln wir alle anderen Oszillatoren einfach auf 0. So können wir jeden Oszillator einzeln verwenden, aber auch beliebige Mischungen aller Wellenformen erzeugen. Dazu gleich mehr. Zuerst aber eine Kostprobe des wilden Schiebens an den Fadern:

Mix aus 4 Oszillatoren mit jeweils wechlsenden Lautstärken

[02]

One More Thing!

Fleissige Betrachter der Apple-Keynotes kennen diese Meme. Am Ende folgt immer eine kleine Überraschung. So auch hier; und gleichzeitig damit die Überleitung zum nächsten Beitrag, der nicht direkt mit der Klangerzeugung zu tun hat, uns aber im Wortsinne die Augen darüber öffnen wird, was wir hier gerade so tun: Wir werden uns in der nächsten Lektion ein Bild unseres Wellenform-Mixes machen.

Zuvor aber „One More Thing“. Ihr habt sicher bemerkt, dass der Pulswellen-Oszillator einen bislang von uns unbeachteten Eingang (W) hat. „W“ steht für „width“ und meint die Symmetrie der Pulswelle.
Dazu klicken wir den W-Eingang der Puls-Oszillators wieder mit der rechten Maustaste an, erzeugen diesmal einen Drehregler (dessen Größe wir in der SidePane unter „View“ anpassen können) und nennen ihn „PW“ für PulseWidth. 

Und so sieht das aus (Layout) / bzw. klingt das, wenn die Pulswelle eine Regelung für die Pulsweite bekommt. Freut euch schon mal darauf, wenn wir in der nächsten Lektion diese Wellenmixturen sichtbar machen werden.

Abb. 4: Pulsweite

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