80th Synth-Brass

von | Dez 21, 2021 | ReaktorAdvanced

Zum Jahreswechsel 2021/22 habe ich für euch ein kleines Special vorbereitet: Ein schickes Mini-Tutorial zu einem knackigen, fetten 80er-Jahre Synth-Brass Sound. Das wird klasse! Versprochen.

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Um was wird es gehen?

Ihr erinnert euch auch noch an die knackigen, fetten und satten synthetischen Brass-Sounds der 80erJahre? So schwer ist das garnicht, einen solchen Sound mit Reaktor nachzubauen. Ein kleiner Kniff bei der Verdrahtung der Oszillatoren ist schon fast die ganze Miete. Der Rest ist hilfreicher Zierrat 😉  

Die verwendeten Design-Elemente stammen von UI MOTHER (hier speziell das soft malachite kit). Wenn ihr schöne GUI-Elemente sucht und nicht die Kapazitäten für die wirklich zeitraubenden Designs habt, dann seid ihr bei UI MOTHER gut aufgehoben. Die Preise sind fair und der Service freundlich und schnell.

Abb. 1: Das 80th Synth-Brass-Modul

Das Instrument besteht aus 6 Macros, deren Name selbsterklärend sind.  In den folgenden Abschnitten werde ich euch Macro für Macro erklären, was darin passiert. Wenn ihr die bisherigen Tutorials verfolgt habe, werdet ihr auf wenig überraschendes stoßen.

Bei diesem Instrument steht eine möglichst einfache Bedienung im Fokus. Bereiche wie Hüllkurve, Reverb oder Equalizer, lassen sich mit jeweils nur einem Knopf bedienen. 

Abb. 2: Die Struktur

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Oszillator

Genau genommen handelt es sich um 6 Sägezahn-Oszillatoren, deren NotePitch-Werte minimal von einander abweichen. Das ist auch schon der wichtigste Punkt auf dem Weg zu einem fetten Synth-Brass-Sound. Die Abweichungen sind minimal und spielen sich auf der 3., 4. und 5. Nachkommastelle ab. Die Ausgänge der Sägezahn-Oszillatoren werden anschließend addiert und mit dem Ausgang der Hüllkurve multipliziert.

Das Einzige, was von diesem Macro, bzw. von der Hüllkurve sichtbar ist, ist der FEEL-Knopf. Er wirkt auf die Attack-Zeit der Hüllkurve und lässt den Sound hart oder weich klingen. Die Attack-Zeit kann hierfür die Werte 12, 24 oder 48 annehmen. Der Knopf selbst hat einen Wertebereich von 1-3 und wird jeweils mit 12 multipliziert. Das Multi-Text Modul zeigt entsprechend „HARD“, „MID“, und „SOFT“ an.
Vor dem Ausgang des Macros befindet sich der Switch, der rechts oben auf dem Instrument als POWER-Button zu sehen ist.

Abb. 3: Oszillator und Hüllkurve / FEEL-Button

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REVERB

Das sieht jetzt komplizierter aus, als es ist. Schauen wir uns das mal der Reihe nach an:

Da wären 5 Diffuser-Delay, die in Reihe geschaltet sind und deren Werte für Delay und Diffusion fest eingestellt sind. Der Ausgang des letzten Diffusor-Delays läuft u. a. über einen Multiplikator und einen Addierer wieder zum Eingang und bildet so eine Feedback-Schleife, um einen noch komplexeren Hall zu erzeugen. Der Regler am Multiplikator (REVERB-Knopf) ist neben dem Bypass-Button auch das Einzige, was vom Reverb zu sehen ist. Mehr ist nicht nötig, um diesen Effekt zu steuern.

Das Signal durchläuft nach der Diffusor-Delay-Kette einen Lowpass-Filter, der zu grelle Höhen ausfiltert um dann in einen Crossfade-Mixer zu gelangen. Dort trifft es mit dem Eingangssignal zusammen um in einem voreingestellten Verhältnis gemischt zu werden.

Abschließend landet das Signal in einem Selector (wiederum zusammen mit dem Eingangssignal), der an dieser Stelle den Bypass-Button stellt.

Abb. 4: Reverb

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DELAY

Diese Modul ist verhältnismäßig einfach, hat aber die meisten Einstellmöglichkeiten.

Kernpunkt ist ein Single-Delay Modul mit fest eingestellter Delay-Zeit. Die Regelung des Delays erfolgt auch hier über die Feedback-Schleife (DELAY-Knopf). Danach durchläuft das Signal die selben Stationen wie zuvor im Reverb-Macro: Einen Crossfade-Mixer (für die Mischung) und einen Selector (für den Bypass).

Über einen Schalter am Crossfade-Mixer lassen sich zwei unterschiedliche „Delay-Stärken“ wählen, an dem kleinen und dem großen Punkt neben dem Schalter zu erkennen.

Abb. 5: Delay

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Color

Hier befindet sich ein Equalizer (High und Low), der ebenfalls über nur einen Knopf (COLOR) regelbar ist. Der Color-Knopf bedient die P-Eingänge der beiden Equalizer, wobei der eine Eingang den direkten Wert des Knopfes, der andere Eingang den invertierten Wert des Knopfes erhält. Der Boost-Eingang ist mit einer Konstanten vorbelegt.

Da das Signal bei einer Verschiebung in den höheren Frequenzbereich „dünner“ und leiser wird, ist hier eine Korrektur nötig. Die geschieht, in dem ein Zehntel des Color-Knopfes zum Boost-Wert dazu addiert wird. Dass das mit einem Zehntel funktioniert, ist das Ergebnis verschiedener Versuche 🙂

Auf Wunsch lässt sich die Klangfarbe auch über einen Channel-Aftertouch beeinflussen.

Abb. 6: Color / Equalizer

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Out

Im letzten Macro geht es recht unspektakulär zu. Ein Stereomixer mir vorbelegten Panorama-Werten und einem schönen großen Knopf für die Lautstärke (OUT).
Da wäre dann noch das Delay-Modul mit dem WIDE-Knopf: In dem das linke Signal gegenüber dem rechten verzögert wird, entstehen unterschiedliche Laufzeiten, die das Stereobild breiter erscheinen lassen. Der Wert ist auf 15ms beschränkt, um das Ergebnis nicht unnatürlich werden zu lassen.

Der Event-Smoother zwischen dem WIDE-Knopf und dem Dly-Eingang des Delays verhindert ein rauschen und knacken beim drehen des Reglers.

Abb. 6: Out / Wide

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Demo

Und so klingt der 80th Synth-Brass Synthesizer:

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Downloads

g

80th Brass-Synth

.ens-Datei, (Zip-File, 1.1MB)

Kontakt

Bernd Scheurer
Mainstraße 2
64390 Erzhausen
Fon: 06150 865902
Mobil: 0151 50411034
unterricht@bernd-scheurer.de

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