Basic-Synth (8) – Mathematisches Tuning für den Pitch-Eingang

von | Apr 25, 2021 | ReaktorBasic

Bisweilen sind es die Kleinigkeiten, die man im Alltag vermisst. Mir z. B. fehlen noch die Optionen zu Oktavieren, Transponieren, fein zu verstimmen (bei mehreren Tonerzeugern interessant) und einen Pitchbend-Controller zu verarbeiten.

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Um was wird es gehen?

Diese kleinen, auf die Tonhöhe abzielenden Gadgets sind alle mit ein bisschen Mathe (Addition/Subtraktion und Multiplikation) zu bewältigen. Da sie durchweg in irgend einer Form zu den „Note Pitch“-Informationen dazu stoßen werden, tun wir gut daran, den Ausgang des „Note Pitch“-Moduls erst einmal mit dem Eingang eines „Add-Moduls“ zu verbinden und den Ausgang des „Add-Moduls“ dann wieder auf die P-Eingänge der Oszillatoren zu schalten. Damit haben wir zwischen dem „Note Pitch“-Modul und den P-Eingängen der Oszillatoren eine Schnittstelle geschaffen, in die wir unsere geplanten Tonhöhen-Manipulationen einfließen lassen können.

Abb. 1: Vorbereiten der Schnittstelle

[02]

Pitchbend

Die erste Modifikation hat keine Auswirkung auf die Benutzeroberfläche. Sie stellt lediglich die Fähigkeit zur Verfügung, die eingehenden Daten eines Pitchbend-Controllers auszuwerten und der Pitch-Information hinzuzufügen. Wir ergänzen in der Struktur also um ein

Kontextmenü > Build-In Module > MIDI In > Pitchbend.

Diesen Schließen wir an dem freien Eingangs-Port des Add-Moduls an und schon steht die Funktion zur Verfügung. Solltet Ihr also ein Keyboard/Controller angeschlossen haben, das/der über ein Pitchbend-Rad/-Joystick verfügt, könnt Ihr mit diesem nun den Ton beim Spielen nach unten und oben „verbiegen“. 

Abb. 2: Pitchbend-Controller einbinden

[03]

Finetuning

Das nächste Gadget soll den Synthesizer im Umfang eines Tones verstimmen können (-1 Halbton – +1 Halbton). Interessant würde das, wenn wir später z. B. den Klangerzeugungs-Strang, an dem wir gerade arbeiten, verdoppeln würden und beide minimal gegeneinander verstimmen. Das sorgt für Breite und Fülle.
Oder man kann den Synthesizer damit ganz banal an andere Instrumente anpassen, die sich partout nicht stimmen lassen.

Dazu legen wir einen kleinen Drehknopf an, weisen ihm den Wertebereich -1 bis +1 zu (Stepsize 0, Default 0) und beschriften ihn mit „Tune“. Den so vorbereiteten Knopf verbinden wir bei gedrückter CMD-Taste (Mac), bzw. Win-Taste (Windows) mit dem Add-Modul. Wir erinnern uns: das gleichzeitige Drücken der CMD/WIN-Taste erzeugt beim Zielobjekt einen neuen Eingang.

Ab jetzt können wir den Synthesizer um einen Ganzton stufenlos nach unten oder nach oben verstimmen.

Abb. 3: Tuning-Regler einbinden

[04]

Transponieren

Jetzt folgt eine Vorrichtung zum transponieren. Hier ist ein Tonumfang von 2 Oktaven (also 24 Halbtönen) sinnvoll.

Wir legen einen Drehknopf von mittlerer Größe an, der diesmal den Wertebereich -12 bis +12 (Stepsize 1, Default 0) zugeteilt bekommt. Er wird mit „Trans“ beschrifttet, dem Add-Modul hinzugefügt und neben dem Tune-Knopf geparkt.

Abb. 4: Transpose-Regler einbinden

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bisOktavieren

Hier werden wir mit addieren/subtrahieren alleine nicht hinkommen. Es muss multipliziert werden, weil das auch bezüglich der angezeigten Daten die einfachste Lösung ist.
Der Drehknopf soll 4 Oktaven nach unten und nach oben verschieben können. In Halbtonschritten wäre das der Wertebereich von -48 bis +48. Wenn der Knopf aber diese Werte anzeigt, muss der Musiker ständig durch 12 teilen, um zu wissen, im wieviele Oktaven er gerade abweicht.
Wünschenswert wäre ein Wertebereich von -4 – +4, damit man die Oktavierung eindeutig ablesen kann. Und hier kommt ein Multiplikator ins Spiel. Wir finden ihn unter:

  •  Kontextmenü > Build-In Module > Math > Multiply.

Nachdem der Multiplikator in der Struktur Platz genommen hat, legen wir einen dritten und letzten Drehknopf an.
Dieser bekommt das Erscheinungsbild „big“, hört auf den Namen „Oct“ und besitzt folgende Werte: -4 bis +4 (Stepsize 1, Default 0). Der Oct-Knopf siedelt rechts vom Trans-Knopf.
In der Struktur-Ansicht ist jetzt noch etwas Arbeit zu leisten:

  • Zuerst wird der Oct-Knopf mit den einen Eingang des Multiplikators verbunden.
  • Dann folgt eine Konstante mit dem Wert 12 am anderen Eingang des Multiplikators. Auf diese Weise werden die vom Knopf gelieferten Daten (-4, -3, -2, -1, 0, +1, +2, +3, +4) mit 12 Multipliziert und liefern exakt die Anzahl der Habltöne, die zum unfallfreien Oktavieren benötigt werden.
  • Der Ausgang des Multiplikators wird mit auf den Addierer geschaltet.

Abb. 5: Oktavierungs-Regler und Logik einbinden.

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