Basic-Synth (14) – Höhen und Tiefen

von | Jun 5, 2021 | Reaktor

Kurz vor Schluß bekommt unser Synthesizer eine Klangreglung, einen sogenannten Equalizer, verpasst. Damit kann der Sound in Sachen Höhen, Mitten und Tiefen noch feingetuned werden.

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Wir müssen reden …

Beziehungsweise: ich muss etwas erklären. Mittlerweile seid ihr es schon gewohnt, dass sich das Aussehen des Synthesizers alle paar Lektionen ein wenige verändert – aus ganz praktischen Gründen. Diesmal sind die Änderungen aber gravierender. Eine davon Bedarf einer kurzen Anleitung und öffnet evtl. neue Gestaltungsperspektiven. Aber der Reihe nach: Bislang sah unser Tutorial-Synth so aus: Hüllkurve mit Modulation (A), Oszillator mit Modulation (B), Filter mit Hüllkurve (C) und Hall-Effekt (D).
Zwei Anbauten werden noch folgen: Heute der Equalizer und zum Abschluss der Output mit einem modulierbarem Panorama-Regler. Das Instrument würde also noch ein Stück breiter werden; und da nicht jeder über einen 27″ 5K-Monitor gebietet, ist es an der Zeit, ein wenig umzuräumen … 

Abb. 1: Bisherige Anordnung

Die neue Anordnung ist überwiegend selbsterklärend. Der Oszillator (B) ist nun links oben, die Hüllkurve (A) direkt darunter. Der Filter (C) rechts neben dem Oszillator und der Hall-Effekt (D) unter dem Filter.
Der Hall-Effekt selbst hat sich aber auch ziemlich verändert. Aus der vertikalen Anordnung der 4 Hall-Kanäle ist nun eine Horizontale geworden. Und damit man leichter erkennt, welche „DEL“- und „DIFF“-Regler zusammengehören, befinden sich schöne große Zahlen vor den selben. Wie diese Zustande kommen, erfahrt ihr jetzt.

Abb. 2: Neue Anordnung

  • Kontextmenü >Build-In Module > Panel > Text

… ist das ganze Geheimnis. Habt ihr ein Textmodul platziert, könnt ihr im Info-Reiter der Side-Pane den gewünschten Text Hinterlassen. Die Darstellung des Textes beinflusst ihr im View-Reiter. Wichtig sind dort folgende Einträge:

  • On: Besonders wichtig, da man sonst nichts vom Text-Modul zu sehen bekommt.
  • Label: Das sollte man Ausblenden, weil der Text sonst eine Titelbeschriftung bekommt (s. Dreh- und Schieberegler).
  • Layer: Damit wird dem Text eine Ebene zugeordnet. Praktisch, wenn er z. B. immer ganz oben zu liegen kommen soll, also von keinem anderen Element verdeckt werden darf.
  • Width & Height: Hier wird der sichtbare Bereich festgelegt. Je nach Schriftgröße muss hier nachgeregelt werden. Reicht die Höhe nicht aus, wird der Text abgeschnitten. Bei einer zu kleinen Breite wird ein Scrollbalken angezeigt.
  • Background: Hier kann man bei Bedarf einen Hintergrund einblenden, dessen Farbe sich nicht ändern lässt. Will man diesen verwenden, finden sich weiter unten 4 Parameter, mit denen man den Rand zwischen Hintergrund und Text festlegen kann.
  • Font Typeface: Dieser Wert steht per Default auf „Legacy“ und lässt keine Änderung der Textgröße zu. Ein Klick auf Legacy öffnet aber eine Auswahl an 8 weiteren Schriftschnitten, die sich dann auch in der Größe anpassen lassen. In diesem Fall habe ich mich für Semibold entschieden, die Farbe bei Schwarz belassen und die Größe auf 21 Pixel gesetzt.

Abb. 3: Text-Definition

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Um was wir es gehen?

Endlich kommen wir zu dem gewohnten Einstieg ins Thema: Um was wird es gehen?
Unser Synthesizer soll eine Klangregelung für Tiefen, Mitten und Höhen bekommen. Bei den Tiefen und Höhen werden wir uns eines einfachen Shelf-EQs bedienen, für die Mitten verwenden wir einen Peak-EQ. In allen drei Modulen werden wir eine Frequenz und deren Verstärkung (bzw. Abschwächung) regeln Können. Der Peak-EQ erlaubt zusätzlich die Breite der Wirkung zu regeln (Resonanz, Q-Wert).

In der Praxis gibt es zwei Methoden, die Teile (Bänder) eines Equalizers zu verschalten: Entweder seriell oder parallel.
Bei einer parallelen Verschaltung wird das Signal in jedes einzelne EQ-Band eingeführt und die Ausgänge der Bänder summiert. Die einzelnen Bänder eines solchen EQs haben in der Regel feste Bandbreiten und sind einfach zu handhaben.
Bei einer seriellen Verschaltung läuft das Signal bei einem Band in den EQ und durchläuft in Folge alle anderen Bänder, bis es am Ende wieder austritt. Die Reihenfolge (Tief > Hoch / Hoch > Tief) spielt keine Rolle. Bei dieser Technik können interessantere Einstellungen durchgeführt werden, weil sich Frequenzen z. B. überlagern lassen. Dabei können aber auch Phasenverschiebungen entstehen, die nicht unbedingt gewünscht sind.

In unserem Fall werden wir eine serielle Verschaltung vornehmen. Diese ist zum einen weniger aufwendig und bei den Parametern unseres EQ werden wir nicht in die Verlegenheit unerwünschter Nebenwirkungen kommen.

Wie gewohnt legen wir ein neues Macro an, versehen es mit Ein- und Ausgang und binden es zwischen Filter und Ausgängen in den Signalfluss ein. Danach öffnen wir das Macro und beginnen mit der Arbeit:

  • Kontextmenü >Build-In Module > Filter > Low Shelf EQ
  • Kontextmenü >Build-In Module > Filter > Peak EQ
  • Kontextmenü >Build-In Module > Filter > High Shelf EQ

Das sind die drei Kandidaten, mit denen wir arbeiten werden. Und so werden sie verschaltet: *

Abb. 4: Serielle Verschaltung der EQ-Module

* Nicht vergessen: Im View-Tab der Side-Pane für jeden EQ die Visible-On-Option aktivieren, damit ihr sehen könnt, was der EQ zu macht. Und: zwischen den letzten EQ und den Ausgang wieder den allfälligen Audio Voice Combiner schalten. Ja, den könnte man auch ausserhalb der ganzen Macros direkt vor die Ausgänge schalten. Wenn ihr die Macros aber auf eurem Computer in einem Verzeichnis sammelt, könnt ihr sie später flexibler einsetzen, wenn sie dieses kleine Feature schon mitbringen…

Mit einem Rechtsklick auf die EQ-Eingänge P, B und Res (beim Peak-EQ) erzeugen wir die passenden Reglern mit den üblichen Wertebereichen. Diese Wertebereiche sind übrigens keine Gesetze der Meder und Perser. Es darf auch hier experimentiert werden.

Abb. 5: EQ fertig verschaltet

Und nun zur Praxis:

Hier könnt ihr sehen/hören, was der EQ mit dem Klang macht. Ein Doppelklick auf einen Regler (s. Ende des Screen-Casts), setzt die Werte wieder auf den in der Side-Pane im Reiter Function angegebenen Default-Werte zurück. Die Möglichkeiten der Klangregelung steigen mit jedem weiteren Peak-EQ, der zwischen Lo- und High-Shelf EQ eingefügt wird…

Abb. 6: Klangbeispiel EQ

Kontakt

Bernd Scheurer
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Mobil: 0151 50411034
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